Wie KMU mit KI bessere Werbeanzeigen entwickeln – ohne sich im Anzeigenmanager zu verlieren

Viele kleine und mittlere Unternehmen machen bei Online-Werbung denselben Fehler: Sie beginnen zu spät mit dem Denken und zu früh mit der Technik. Dann wird der Meta-Werbeanzeigenmanager geöffnet. Oder Google Ads. Dann tauchen sofort Begriffe auf wie Kampagnenziel, Zielgruppe, Asset, Conversion, Platzierung, Budget, Optimierung, Pixel, Performance Max oder Advantage+. Spätestens nach einer halben Stunde ist klar: Das Problem ist nicht die Anzeige. Das Problem ist die fehlende Vorbereitung.

Gute Werbung entsteht nicht im Anzeigenmanager. Sie entsteht davor. KI kann dabei enorm helfen. Aber nur, wenn sie nicht als reine Textmaschine missverstanden wird. Die Aufgabe von KI ist nicht, irgendeine Anzeige zu schreiben. Die Aufgabe ist, Denkvarianten zu entwickeln, Zielgruppen besser zu verstehen, Botschaften zu prüfen, Blickwinkel zu testen und aus einem Angebot mehrere gute Werbeansätze zu machen.

Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie ein KMU-Unternehmer aus einem Angebot eine brauchbare Anzeigenkampagne entwickelt – mit KI, aber ohne blindes Herumprobieren.

Warum viele Anzeigen scheitern

Die meisten Anzeigen scheitern nicht an Meta oder Google. Sie scheitern an Unklarheit.

Typische Schwächen sind:

  • Das Angebot ist zu allgemein.
  • Die Zielgruppe ist zu ungenau beschrieben.
  • Die Anzeige spricht kein konkretes Problem an.
  • Bild, Text und Zielseite passen nicht zusammen.
  • Es ist nicht klar, was nach dem Klick passieren soll.
  • Es wird zu früh optimiert, obwohl die Grundidee noch schwach ist.

Die Plattformen sind inzwischen stark automatisiert. Google Performance Max ist ein zielbasiertes Kampagnenformat, das Anzeigen über verschiedene Google-Kanäle wie Suche, YouTube, Display, Discover, Gmail und Maps ausspielen kann. Google kombiniert dabei die gelieferten Texte, Bilder, Videos und Signale automatisch.

Meta arbeitet ebenfalls mit KI-gestützten Funktionen wie Advantage+ Creative, um Bilder und Videos in Varianten auszuspielen, die für bestimmte Zielgruppen voraussichtlich besser funktionieren.

Das heißt aber nicht, dass man der Plattform einfach irgendetwas gibt und auf Ergebnisse wartet. Im Gegenteil. Je stärker die Systeme automatisieren, desto wichtiger werden gute Eingaben: klares Angebot, saubere Zielseite, unterschiedliche kreative Ansätze, brauchbare Messung.

Der Grundsatz: Erst denken, dann schalten

Bevor auch nur ein Euro Werbebudget eingesetzt wird, müssen fünf Fragen beantwortet sein:

Was genau wird beworben?
Nicht: „Wir machen Webdesign.“ Sondern: „Wir erstellen für inhabergeführte Dienstleister eine klare Website, die Angebot, Vertrauen und Anfrageweg sauber auf den Punkt bringt.“

Für wen ist es relevant?
Nicht: „Für alle Unternehmen.“ Sondern: „Für Selbstständige und kleine Betriebe, deren Website veraltet ist und die regelmäßig Anfragen über Empfehlungen bekommen, aber online nicht überzeugend wirken.“

Warum sollte diese Person jetzt reagieren?
Zeitdruck? Sichtbarkeitsproblem? Vertrauensproblem? Fachkräftemangel? Saison? Veralteter Auftritt? Schlechte Anfragen?

Was passiert nach dem Klick?
Landingpage, Angebotsseite, Terminbuchung, Kontaktformular, Download, Telefonanruf?

Woran wird Erfolg gemessen?
Anfrage, Kauf, Terminbuchung, Download, Anruf, Newsletter-Eintrag, Spende?

Google und Meta können nur sinnvoll optimieren, wenn klar ist, welche Handlung wertvoll ist. Conversions sind konkrete Kundenaktionen wie Käufe, Anmeldungen, Anrufe oder andere messbare Handlungen auf der Website. Meta nutzt den Pixel beziehungsweise die Conversions API, um Handlungen auf der Website zu messen und Kampagnen darauf auszurichten.

Schritt 1: Das Angebot auf einen Satz bringen

Eine Anzeige kann nur klar sein, wenn das Angebot klar ist. Formuliere zuerst einen einfachen Angebotssatz:

Ich helfe [Zielgruppe], [Problem] zu lösen, damit [konkretes Ergebnis] entsteht.

Beispiele:

Ich helfe Handwerksbetrieben, ihre veraltete Website zu erneuern, damit sie online seriöser wirken und leichter qualifizierte Anfragen bekommen.

Wir helfen Zahnarztpraxen, ihre Terminkommunikation zu verbessern, damit weniger Rückfragen entstehen und Patienten schneller die richtigen Informationen finden.

Wir helfen regionalen Arbeitgebern, sichtbarer für passende Bewerber zu werden, ohne sich auf austauschbare Stellenanzeigen zu verlassen.

Dieser Satz ist noch keine Anzeige. Er ist die Grundlage. Wenn dieser Satz nicht stimmt, werden auch die Anzeigen schwammig.

Schritt 2: Die Zielgruppe enger fassen

Viele KMU haben Angst, ihre Zielgruppe zu eng zu beschreiben. Das ist verständlich, aber falsch.

Eine Anzeige muss nicht jeden erreichen. Sie muss die richtigen Menschen schnell erkennbar ansprechen.

Statt „Unternehmen“ besser:

  • inhabergeführte Handwerksbetriebe mit 5 bis 30 Mitarbeitenden
  • Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber mit veralteter Website
  • Selbstständige Dienstleister, die über Empfehlungen wachsen, aber online schwach auftreten
  • regionale Arbeitgeber, die keine passenden Bewerbungen mehr bekommen

Danach wird die Zielgruppe nicht nur demografisch beschrieben, sondern aus ihrer Situation heraus:

  • Was nervt diese Person?
  • Was schiebt sie seit Monaten vor sich her?
  • Wovor hat sie Bedenken?
  • Was wäre eine spürbare Verbesserung?
  • Welche Sprache würde sie selbst verwenden?

Hier ist KI hilfreich. Nicht als Ersatz für Kundennähe, sondern als Sparringspartner.

Ein guter Arbeitsauftrag an die KI wäre:

Analysiere folgende Zielgruppe: inhabergeführte Handwerksbetriebe mit 5 bis 30 Mitarbeitenden, deren Website veraltet ist. Liste typische Probleme, Einwände, Wünsche, Alltagssituationen und mögliche Auslöser für eine Entscheidung auf. Schreibe sachlich, ohne Werbesprache.

Schritt 3: Werbeideen recherchieren, bevor man schreibt

Gute Anzeigen entstehen nicht nur aus Kreativität. Sie entstehen auch aus Beobachtung.

Drei Werkzeuge sind für KMU besonders nützlich:

Meta-Werbebibliothek
Dort lassen sich aktive Anzeigen auf Meta-Plattformen recherchieren. Man kann nach Unternehmen oder Begriffen suchen und sehen, welche Anzeigen aktuell laufen.

Google Ads Transparency Center
Google stellt ein durchsuchbares Transparenzzentrum bereit, in dem Anzeigen verifizierter Werbetreibender sichtbar sind. Dort kann man unter anderem sehen, welche Anzeigen ein Anbieter geschaltet hat, in welcher Region sie liefen und in welchem Format.

Google Trends und Keyword Planner
Google Trends zeigt Suchinteresse nach Begriffen, Themen, Zeiträumen und Regionen. Der Keyword Planner hilft bei der Recherche von Suchbegriffen, Suchvolumen, Prognosen und Budgeteinschätzungen für Google-Suchkampagnen.

Wichtig: Diese Werkzeuge sind keine Kopiervorlagen. Sie zeigen Muster. Welche Probleme werden angesprochen? Welche Bildwelten tauchen auf? Welche Versprechen werden gemacht? Welche Sprache wirkt austauschbar? Wo gibt es Lücken?

Die beste Frage lautet nicht: „Was kann ich kopieren?“

Die bessere Frage lautet: „Was fällt mir auf – und was kann ich glaubwürdiger, klarer oder konkreter machen?“

Schritt 4: Blickwinkel entwickeln

Jetzt kommt der wichtigste Teil.

Ein Angebot kann aus verschiedenen Blickwinkeln beworben werden. Das Angebot bleibt gleich. Aber der Grund, warum jemand hinschauen sollte, verändert sich.

Beispiel: Ein Webdesign-Angebot für KMU.

Mögliche Blickwinkel:

Vertrauen:
„Ihre Website wirkt nicht mehr so professionell wie Ihr Unternehmen.“

Anfragen:
„Wenn Ihre Website die falschen Fragen offenlässt, melden sich weniger passende Kunden.“

Zeit:
„Eine gute Website beantwortet Standardfragen, bevor jemand anruft.“

Fachkräfte:
„Bewerber prüfen Ihr Unternehmen online, bevor sie sich melden.“

Positionierung:
„Wer online alles sagt, bleibt oft unklar.“

Modernisierung:
„Ihre Website muss nicht lauter werden. Sie muss klarer werden.“

Das sind keine Textvarianten. Das sind unterschiedliche Denkansätze.

Genau darin liegt der Unterschied zwischen schwacher und brauchbarer KI-Nutzung. Wer die KI nur bittet, „zehn Anzeigen“ zu schreiben, bekommt oft zehn ähnliche Texte. Wer zuerst Blickwinkel entwickelt, bekommt bessere Varianten.

Ein guter KI-Auftrag wäre:

Entwickle für folgendes Angebot zehn deutlich unterschiedliche Werbeblickwinkel. Jeder Blickwinkel soll einen anderen Entscheidungsgrund ansprechen: Vertrauen, Zeit, Kosten, Risiko, Sichtbarkeit, Fachkräfte, Klarheit, Überforderung, Modernisierung, Vergleich zum Wettbewerb. Bitte keine fertigen Anzeigen, sondern erst die strategischen Ansätze.

Schritt 5: Pro Blickwinkel mehrere Anzeigenvarianten schreiben

Erst jetzt werden Anzeigen geschrieben.

Für jeden Blickwinkel entstehen mehrere Varianten:

  • eine kurze sachliche Variante
  • eine problemorientierte Variante
  • eine direkte Variante
  • eine ruhigere Vertrauensvariante
  • eine Variante mit konkretem Beispiel

Für KMU heißt das praktisch: Nicht künstlich kreativ werden. Klar schreiben. Keine Floskeln. Kein „Wir sind Ihr starker Partner“. Kein „maßgeschneidert“, wenn danach nichts Maßgeschneidertes kommt. Keine Superlative, die niemand glaubt.

Eine brauchbare Anzeige sagt schnell:

  • Worum geht es?
  • Für wen ist es relevant?
  • Welches Problem wird gelöst?
  • Warum ist das glaubwürdig?
  • Was ist der nächste Schritt?

Schritt 6: Die passenden Bilder und Videos planen

Viele Anzeigen verlieren Wirkung, weil Bild und Text nicht zusammenpassen.

Ein KMU braucht nicht zwingend Hochglanz. Oft ist Glaubwürdigkeit wichtiger. Ein echtes Bild aus dem Betrieb, eine klare Arbeitssituation, ein ruhiges Portrait, ein kurzer Erklärclip oder eine sachliche Vorher-nachher-Darstellung kann stärker sein als ein beliebiges Stockfoto.

Google empfiehlt bei Performance Max, möglichst viele passende Assets bereitzustellen, darunter Headlines, Beschreibungen, Bilder und Videos in unterschiedlichen Formaten. Asset-Gruppen sollen dabei um ein gemeinsames Thema oder eine Zielgruppe herum aufgebaut werden.

Das bedeutet für die Praxis:

  • nicht ein einziges Bild verwenden und hoffen, dass es reicht
  • mehrere glaubwürdige Motive vorbereiten
  • Hochformat, Querformat und quadratische Varianten denken
  • Bildsprache an Zielgruppe und Angebot anpassen
  • keine falsche Größe vortäuschen
  • keine Bildwelt wählen, die größer wirkt als das eigene Unternehmen

KI kann Bildideen entwickeln. Sie kann auch Entwürfe liefern. Aber bei lokalen, beratungsnahen oder vertrauensbasierten Angeboten sind echte Bilder oft stärker.

Schritt 7: Die Landingpage vor dem Kampagnenstart prüfen

Eine gute Anzeige bringt nichts, wenn die Zielseite schwach ist.

Eine Landingpage für KMU muss nicht kompliziert sein. Sie muss fünf Dinge leisten:

1. Sofortige Einordnung
Der Besucher muss in wenigen Sekunden verstehen, wo er gelandet ist.

2. Relevanz
Die Seite muss das Problem aus der Anzeige wieder aufnehmen.

3. Vertrauen
Referenzen, Beispiele, Erfahrung, echte Fotos, klare Kontaktdaten.

4. Konkretheit
Was bekommt der Kunde? Was passiert als Nächstes? Was ist nicht enthalten?

5. Einfache Handlung
Anrufen, Formular ausfüllen, Termin buchen, Angebot anfordern – aber nicht fünf verschiedene Dinge gleichzeitig.

Eine gute Prüffrage lautet:

Wenn jemand nur diese Seite sieht und uns nicht kennt: Versteht er dann, warum er uns vertrauen kann und was er jetzt tun soll?

Schritt 8: Conversion-Messung einrichten

Ohne Messung bleibt Werbung Bauchgefühl.

Für Google Ads sollten relevante Conversion-Aktionen eingerichtet werden, zum Beispiel Formularabsendung, Kauf, Terminbuchung oder Anruf. Der Google-Tag wird typischerweise auf allen Seiten eingebunden; alternativ kann der Google Tag Manager genutzt werden.

Für Meta wird der Pixel beziehungsweise die Conversions API genutzt, um Website-Handlungen zu messen und Kampagnen besser zu optimieren.

Für KMU reicht am Anfang oft eine einfache Messstruktur:

  • Seitenaufruf der Landingpage
  • Klick auf Telefonnummer
  • Klick auf E-Mail-Adresse
  • Formular abgesendet
  • Termin gebucht
  • Dankeseite erreicht

Wichtig ist, nicht alles gleich wichtig zu behandeln. Eine echte Anfrage ist wertvoller als ein Seitenaufruf. Eine Terminbuchung ist wertvoller als ein Klick auf einen Button. Die Kampagne sollte auf die Handlung optimieren, die geschäftlich zählt.

Schritt 9: Kampagne einfach starten

Gerade KMU sollten am Anfang nicht zu kompliziert bauen.

Ein sinnvoller Start:

  • ein klares Angebot
  • eine Zielseite
  • drei bis fünf deutlich unterschiedliche Blickwinkel
  • mehrere Texte je Blickwinkel
  • mehrere Bild- oder Video-Varianten
  • ein realistisches Tagesbudget
  • sauber eingerichtete Conversion-Messung

Bei Google Performance Max werden die gelieferten Assets automatisch zu passenden Anzeigenformaten kombiniert. Bei Meta können Advantage+-Funktionen helfen, Varianten von Anzeigeninhalten auszuspielen und Platzierungen zu erweitern.

Trotzdem gilt: Automatisierung ersetzt keine Kontrolle. Besonders bei kleinen Budgets muss regelmäßig geprüft werden, ob die Kampagne die richtigen Signale liefert.

Schritt 10: Nicht zu früh nervös werden

Ein häufiger Fehler: Nach zwei Tagen wird alles geändert.

Das verhindert Lernen. Kampagnen brauchen etwas Zeit, damit die Systeme Daten sammeln und Muster erkennen können. Das heißt nicht, dass man schlechte Kampagnen endlos laufen lässt. Aber man sollte unterscheiden zwischen:

  • technischem Fehler
  • schwacher Zielseite
  • zu kleinem Budget
  • zu kurzer Laufzeit
  • falschem Blickwinkel
  • schlechter Anzeige
  • unpassender Zielgruppe

Wer alles gleichzeitig ändert, lernt nichts.

Schritt 11: Auswerten nach Blickwinkeln, nicht nur nach Einzelanzeigen

Die wichtigste Auswertung lautet nicht: Welche Anzeige hatte die schönste Formulierung?

Wichtiger ist:

  • Welcher Blickwinkel erzeugt Aufmerksamkeit?
  • Welcher Blickwinkel bringt qualifizierte Klicks?
  • Welcher Blickwinkel führt zu Anfragen?
  • Welche Zielseite funktioniert dazu?
  • Welche Einwände tauchen in Gesprächen danach auf?

Wenn der Blickwinkel „Zeit sparen“ viele Klicks bringt, aber keine Anfragen, kann die Neugier größer sein als die Kaufbereitschaft. Wenn „Vertrauen“ weniger Klicks, aber bessere Anfragen bringt, ist das für ein Beratungs- oder Dienstleistungsangebot oft wertvoller.

Für KMU zählt nicht Reichweite. Es zählt die richtige Resonanz.

Schritt 12: Die besten Ansätze ausbauen

Nach der ersten Auswertung werden nicht einfach neue Anzeigen erfunden. Zuerst werden die funktionierenden Ansätze vertieft.

Beispiel:

Wenn der Blickwinkel „Ihre Website wirkt nicht mehr so professionell wie Ihr Unternehmen“ funktioniert, kann daraus eine ganze Anzeigenserie entstehen:

  • Variante für Handwerker
  • Variante für Praxen
  • Variante für Beratungsunternehmen
  • Variante mit Vorher-nachher-Beispiel
  • Variante mit kurzem Video
  • Variante mit Checkliste

So entsteht mit der Zeit ein Kampagnensystem. Nicht durch hektisches Nachschieben von Einzelideen, sondern durch gezielte Weiterentwicklung.

Eine einfache Arbeitsvorlage für KMU

Wer sofort starten will, kann mit dieser Vorlage arbeiten:

1. Angebot
Was bieten wir konkret an?

2. Zielgruppe
Für wen ist das Angebot besonders relevant?

3. Problem
Welches konkrete Problem soll angesprochen werden?

4. Ergebnis
Was verbessert sich für den Kunden?

5. Einwände
Warum könnte der Kunde zögern?

6. Beweise
Welche Referenzen, Beispiele oder Erfahrungen schaffen Vertrauen?

7. Blickwinkel
Welche fünf unterschiedlichen Gründe gibt es, jetzt hinzuschauen?

8. Anzeigen
Welche Text-, Bild- und Video-Varianten entstehen daraus?

9. Zielseite
Passt die Landingpage exakt zur Anzeige?

10. Messung
Welche Handlung zählt als Erfolg?

11. Auswertung
Welche Blickwinkel bringen nicht nur Klicks, sondern echte Anfragen?

Fazit

KI macht Werbung nicht automatisch besser. Sie macht schlechte Vorbereitung nur schneller sichtbar.

Der eigentliche Hebel liegt in der Vorarbeit: klares Angebot, genaue Zielgruppe, echte Blickwinkel, passende Zielseite, saubere Messung. Erst dann lohnt sich der Einsatz von KI und automatisierten Anzeigenformaten.

Für KMU ist das eine gute Nachricht. Man muss nicht jede technische Feinheit beherrschen. Aber man muss wissen, was man sagen will, wem man es sagt und warum es für diese Person relevant ist.

Die beste Anzeige entsteht nicht durch laute Versprechen. Sie entsteht durch Klarheit.


 

Für diese Schritt-für-Schritt-Arbeit ist KI sehr hilfreich – nicht als Ersatz für unternehmerisches Denken, aber als Abkürzung, um aus vorhandenen Informationen schnell eine brauchbare Struktur zu gewinnen.

Wichtig ist: Die KI braucht Material. Am besten gibst du ihr eine Website, eine Unternehmensbeschreibung, vorhandene Texte, Zielgruppenhinweise, Referenzen, Angebote, Wettbewerberseiten und – wenn möglich – eigene Einschätzungen. Dann kann sie daraus wesentlich bessere Ergebnisse ableiten. Hier ist ein sinnvoller Prompt-Baukasten, passend zu den Schritten des Artikels.


Grundprompt: Unternehmens- und Websiteanalyse

Analysiere die folgende Website / Unternehmensbeschreibung als Grundlage für eine Werbekampagne.

Ziel:
Ich möchte daraus eine klare Anzeigenstrategie für Google Ads, Meta Ads und KI-gestützte Werbeanzeigen entwickeln.

Bitte analysiere:
1. Was bietet das Unternehmen konkret an?
2. Für wen ist das Angebot besonders relevant?
3. Welche Probleme oder Wünsche der Zielgruppe werden angesprochen?
4. Welche Stärken, Besonderheiten oder Vertrauenssignale sind erkennbar?
5. Welche Aussagen sind noch unklar, austauschbar oder zu allgemein?
6. Welche Angebote eignen sich besonders für Werbung?
7. Welche Informationen fehlen, um eine gute Kampagne vorzubereiten?

Arbeite sachlich, kritisch und praxisnah. Keine Werbesprache. Keine Floskeln.

Hier ist das Material:
[Website-Text / Unternehmensbeschreibung / Link / eingefügter Inhalt]

Prompt 1: Angebot auf den Punkt bringen

Formuliere aus der folgenden Unternehmensbeschreibung 5 klare Angebotssätze nach diesem Muster:

„Wir helfen [Zielgruppe], [Problem] zu lösen, damit [konkretes Ergebnis] entsteht.“

Bitte erstelle:
1. eine sachliche Variante
2. eine direkte Verkaufsvariante
3. eine vertrauensvolle Variante
4. eine Variante für Google Ads
5. eine Variante für Meta Ads

Wichtig:
- Keine Übertreibungen
- Keine Floskeln
- Keine leeren Begriffe wie „maßgeschneidert“, „innovativ“, „ganzheitlich“, wenn sie nicht konkret erklärt werden
- Zielgruppe und Nutzen müssen klar erkennbar sein

Material:
[Text einfügen]

Prompt 2: Zielgruppe genauer bestimmen

Analysiere auf Basis der folgenden Website / Unternehmensbeschreibung die wahrscheinlich wichtigsten Zielgruppen.

Bitte erstelle für jede Zielgruppe:
1. kurze Beschreibung
2. typische Situation
3. wichtigste Probleme
4. wichtigste Wünsche
5. mögliche Einwände
6. Auslöser, warum diese Person jetzt handeln könnte
7. passende Sprache und Tonalität
8. mögliche Werbebotschaften

Bewerte am Ende, welche Zielgruppe für eine erste Anzeigenkampagne am sinnvollsten wäre und warum.

Material:
[Text einfügen]

Prompt 3: Probleme und Kaufmotive herausarbeiten

Arbeite aus dem folgenden Material die wichtigsten Probleme, Wünsche und Kaufmotive der Zielgruppe heraus.

Bitte unterscheide zwischen:
1. offensichtlichen Problemen
2. tieferliegenden Problemen
3. rationalen Kaufmotiven
4. emotionalen Kaufmotiven
5. typischen Einwänden
6. Gründen für Aufschub
7. Gründen, warum jemand jetzt handeln sollte

Formuliere danach 10 mögliche Ansatzpunkte für Werbeanzeigen.

Material:
[Text einfügen]

Prompt 4: Wettbewerber und Marktumfeld einbeziehen

Analysiere die folgenden Wettbewerberseiten im Vergleich zum Unternehmen.

Ziel:
Ich möchte herausfinden, wie sich das Unternehmen klarer positionieren und welche Werbebotschaften glaubwürdig funktionieren könnten.

Bitte untersuche:
1. Welche Angebote machen die Wettbewerber?
2. Welche Zielgruppen sprechen sie an?
3. Welche Probleme werden betont?
4. Welche Versprechen werden gemacht?
5. Welche Sprache und Bildwelt wird genutzt?
6. Was wirkt austauschbar?
7. Wo gibt es erkennbare Lücken?
8. Wie könnte sich unser Unternehmen glaubwürdig unterscheiden?
9. Welche Anzeigen-Blickwinkel ergeben sich daraus?

Bitte keine direkten Kopien vorschlagen. Es geht um Muster, Lücken und Differenzierung.

Unser Unternehmen:
[Eigene Beschreibung]

Wettbewerber:
[Links oder Texte einfügen]

Prompt 5: Blickwinkel für Anzeigen entwickeln

Entwickle für folgendes Angebot 12 deutlich unterschiedliche Werbeblickwinkel.

Wichtig:
Es geht nicht um kleine Textvarianten, sondern um echte unterschiedliche Perspektiven.

Bitte nutze unter anderem diese Blickwinkel:
- Vertrauen
- Zeitersparnis
- Kostenkontrolle
- Risiko vermeiden
- Sichtbarkeit
- Klarheit
- Überforderung lösen
- Modernisierung
- Fachkräfte / Arbeitgeberwirkung
- bessere Anfragen
- regionale Nähe
- Vergleich zum Wettbewerb

Für jeden Blickwinkel bitte:
1. kurze Erklärung
2. angesprochenes Problem
3. möglicher Einstiegssatz
4. passende Anzeigenidee
5. passende Bildidee
6. Einschätzung, für welche Zielgruppe dieser Blickwinkel besonders geeignet ist

Angebot:
[Beschreibung einfügen]

Prompt 6: Anzeigenvarianten pro Blickwinkel schreiben

Schreibe für den folgenden Werbeblickwinkel mehrere Anzeigenvarianten.

Angebot:
[Angebot einfügen]

Zielgruppe:
[Zielgruppe einfügen]

Blickwinkel:
[Blickwinkel einfügen]

Bitte erstelle:
1. 5 kurze Meta-Anzeigentexte
2. 5 längere Meta-Anzeigentexte
3. 10 Headlines
4. 5 Google-Ads-Beschreibungen
5. 5 klare Handlungsaufforderungen
6. 5 Varianten ohne Werbeübertreibung, eher sachlich und glaubwürdig

Ton:
klar, ruhig, konkret, ohne Floskeln, ohne künstliche Dringlichkeit.

Prompt 7: Bild- und Videoideen entwickeln

Entwickle passende Bild- und Videoideen für folgende Anzeigenkampagne.

Angebot:
[Angebot]

Zielgruppe:
[Zielgruppe]

Blickwinkel:
[Blickwinkel]

Bitte erstelle:
1. 10 glaubwürdige Fotoideen
2. 5 kurze Videoideen für Social Media
3. 5 Ideen für einfache Handyvideos
4. 5 Ideen mit echten Menschen / echten Arbeitssituationen
5. 5 Bildideen ohne Stockfoto-Charakter
6. Hinweise, welche Bildmotive vermieden werden sollten

Wichtig:
Die Bildideen sollen zu einem kleinen oder mittleren Unternehmen passen. Keine Hochglanz-Agenturästhetik, keine künstlichen Gesten, keine übertriebenen Symbolbilder.

Prompt 8: Landingpage prüfen

Prüfe die folgende Landingpage kritisch aus Sicht eines potenziellen Kunden, der über eine Anzeige kommt.

Bitte bewerte:
1. Versteht man in 5 Sekunden, worum es geht?
2. Passt die Seite zur Anzeigenbotschaft?
3. Ist das Angebot klar?
4. Ist die Zielgruppe klar?
5. Werden Vertrauen und Kompetenz ausreichend sichtbar?
6. Gibt es konkrete Beispiele, Referenzen oder Beweise?
7. Ist die Handlungsaufforderung eindeutig?
8. Welche Fragen bleiben offen?
9. Wo könnte der Besucher abspringen?
10. Was sollte verbessert werden, bevor Werbebudget eingesetzt wird?

Bitte gib konkrete Verbesserungsvorschläge und formuliere bei Bedarf bessere Überschriften, Zwischenüberschriften und Handlungsaufforderungen.

Landingpage:
[Text oder Link einfügen]

Geplante Anzeigenbotschaft:
[Anzeigenidee einfügen]

Prompt 9: Kampagnenstruktur vorschlagen

Entwickle eine einfache Kampagnenstruktur für ein kleines oder mittleres Unternehmen.

Angebot:
[Angebot]

Zielgruppe:
[Zielgruppe]

Ziel:
[Anfrage / Terminbuchung / Download / Verkauf / Anruf]

Budgetrahmen:
[falls bekannt]

Bitte erstelle:
1. sinnvolle Kampagnenziele
2. empfohlene Plattformen: Google Ads, Meta Ads oder beide
3. 3 bis 5 Anzeigen-Blickwinkel
4. passende Anzeigenformate
5. notwendige Landingpage-Inhalte
6. empfohlene Conversion-Ziele
7. einfache Messstruktur
8. mögliche Risiken
9. konkrete erste Umsetzungsschritte

Bitte realistisch für ein KMU denken. Keine unnötig komplizierte Agenturstruktur.

Prompt 10: Auswertung vorbereiten

Erstelle einen einfachen Auswertungsplan für folgende Anzeigenkampagne.

Kampagne:
[Beschreibung]

Ziel:
[Anfrage / Verkauf / Termin / Download]

Bitte definiere:
1. Welche Kennzahlen wirklich wichtig sind
2. Welche Kennzahlen nur begrenzt aussagekräftig sind
3. Welche Mindestlaufzeit sinnvoll ist
4. Welche Fragen nach der ersten Woche gestellt werden sollten
5. Welche Fragen nach 3 bis 4 Wochen gestellt werden sollten
6. Wann eine Anzeige überarbeitet werden sollte
7. Wann eine Landingpage überarbeitet werden sollte
8. Wann ein Blickwinkel ausgebaut werden sollte
9. Wann ein Blickwinkel beendet werden sollte

Bitte schreibe praxisnah für einen Unternehmer, nicht für einen Online-Marketing-Spezialisten.

Prompt 11: Aus Website und Recherche einen fertigen Anzeigenplan erstellen

Erstelle aus dem folgenden Material einen vollständigen Anzeigenplan für ein kleines oder mittleres Unternehmen.

Material:
- Website / Unternehmensbeschreibung:
[Text einfügen]

- Zielgruppeninformationen:
[Text einfügen]

- Wettbewerber / Recherche:
[Links oder Texte einfügen]

- Besonderheiten / Stärken:
[Text einfügen]

Ziel:
[Anfragen / Terminbuchungen / Verkäufe / Downloads]

Bitte erstelle:

1. Kurzdiagnose des Angebots
2. beste Zielgruppe für die erste Kampagne
3. klares Kampagnenziel
4. stärkster Angebotssatz
5. 5 Werbeblickwinkel
6. pro Blickwinkel:
   - Anzeigenidee
   - Hauptbotschaft
   - Beispiel-Headline
   - Beispiel-Anzeigentext
   - passende Bildidee
   - passende Landingpage-Aussage
7. empfohlene Landingpage-Struktur
8. empfohlene Conversion-Messung
9. erste 10 konkreten Umsetzungsschritte

Stil:
klar, sachlich, konkret, ohne Werbe-Blabla.

Prompt 12: Kritische Prüfung vor dem Start

Prüfe die folgende geplante Anzeigenkampagne kritisch, bevor Geld ausgegeben wird.

Bitte finde Schwachstellen, Unklarheiten und Risiken.

Kampagne:
[Beschreibung]

Anzeigen:
[Texte einfügen]

Landingpage:
[Text oder Link einfügen]

Zielgruppe:
[Beschreibung]

Bitte prüfe:
1. Ist das Angebot klar genug?
2. Ist die Zielgruppe zu breit oder passend?
3. Sind die Anzeigen glaubwürdig?
4. Sind die Blickwinkel unterschiedlich genug?
5. Passt die Landingpage zu den Anzeigen?
6. Ist die Handlungsaufforderung eindeutig?
7. Fehlen Beweise oder Vertrauen?
8. Gibt es übertriebene oder unglaubwürdige Aussagen?
9. Welche Anzeigen sollte man streichen?
10. Welche drei Dinge sollten vor dem Start verbessert werden?

Bitte sei kritisch und direkt.

 

Ein sinnvoller Gesamtprozess

Wenn du keine Zeit hast oder unsicher bist, würde ich nicht mit einzelnen Anzeigen beginnen. Besser ist diese Reihenfolge:

  1. Website oder Unternehmensbeschreibung analysieren lassen
  2. Angebot auf einen Satz verdichten
  3. Zielgruppe und Kaufmotive herausarbeiten
  4. Wettbewerber und Anzeigen anderer Anbieter prüfen
  5. Blickwinkel entwickeln
  6. aus jedem Blickwinkel Anzeigenvarianten erstellen
  7. Bild- und Videoideen entwickeln
  8. Landingpage prüfen und verbessern
  9. Conversion-Ziele definieren
  10. Kampagne kritisch prüfen lassen

Der entscheidende Punkt: KI sollte nicht erst am Ende den fertigen Anzeigentext schreiben. Sie sollte schon vorher helfen, das Denken zu strukturieren.

Gerade wenn ein Unternehmer keine Zeit hat, ist das wertvoll. Dann kann aus einer Website, ein paar Wettbewerberseiten und einer kurzen Unternehmensbeschreibung in relativ kurzer Zeit ein brauchbarer Kampagnenentwurf entstehen. Nicht perfekt. Aber gut genug, um nicht blind zu starten.


Und wenn Sie dabei Unterstützung möchten

KI kann helfen, Gedanken zu sortieren, erste Ansätze zu entwickeln und schneller zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen. Das ist sinnvoll – gerade dann, wenn im Alltag wenig Zeit bleibt. Die Erfahrung zeigt aber auch: Noch besser wird es meist, wenn man sich nicht nur mit dem eigenen Unternehmen im Kreis dreht, sondern gemeinsam von außen auf Angebot, Zielgruppe, Botschaft und nächsten Schritt schaut. Genau dabei unterstütze ich gern.

Ich bringe über 30 Jahre unternehmerische Erfahrung, Marketingwissen und einen klaren Blick von außen mit. So lassen sich blinde Flecken schneller erkennen, typische Denkfehler vermeiden und tragfähige Wege oft deutlich schneller finden. Wenn Sie möchten, schauen wir uns Ihr Unternehmen, Ihre Website oder Ihre geplante Kampagne gemeinsam an – strukturiert, pragmatisch und ohne unnötige Umwege.

Wenn Sie das Thema nicht nur mit KI durchdenken, sondern fundiert und zügig in eine sinnvolle Richtung bringen möchten, melden Sie sich gerne. Einfach anrufen +49 9966 3769995


Quellen und weiterführende Informationen

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