Finanzplanung für Unternehmensgründer

Ihr erster Schritt in die Selbständigkeit

Denken Sie gerade darüber nach, sich selbständig zu machen? Dann haben Sie bestimmt schon viele Ideen im Kopf: Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung, Ihr Markt. Aber bevor Sie richtig loslegen, lohnt es sich, gleich einen Blick auf die finanzielle Seite Ihres Vorhabens zu werfen. Denn eine gute Geschäftsidee allein reicht nicht – sie muss sich auch rechnen.

Mit einer soliden Finanzplanung schaffen Sie zwei Dinge auf einmal:

  1. Sie selbst bekommen Klarheit, ob Ihr Vorhaben tragfähig ist.
  2. Ihr Steuerberater, Ihre Bank oder mögliche Investoren sehen sofort, dass Sie sich vorbereitet haben.

Warum Finanzplanung so wichtig ist

Die Realität ist hart: Laut Studien scheitern rund ein Drittel aller Gründer in den ersten drei Jahren – oft nicht wegen schlechter Ideen, sondern wegen finanzieller Engpässe. Fehlende Liquidität ist der häufigste Stolperstein. Eine saubere Finanzplanung ist deshalb nicht nur Pflicht, sondern Ihre Lebensversicherung als Gründer.

Sie erkennen damit:

  • Wie viel Kapital Sie zum Start wirklich brauchen.
  • Welche Kostenarten auf Sie zukommen.
  • Wie hoch Ihr privater Finanzbedarf ist (den Sie nicht vergessen dürfen!).
  • Ob Ihre Geschäftsidee im Normalbetrieb Gewinn abwerfen kann.

Die wichtigsten Bausteine Ihrer Finanzplanung

1. Finanzbedarfsplanung

Bevor Sie starten, ermitteln Sie Ihren Kapitalbedarf:

  • Anlageinvestitionen (z. B. Büroausstattung, Maschinen, IT)
  • Erstausstattung Umlaufvermögen (Warenlager, Rohstoffe)
  • Gründungskosten (Notar, Beratung, Gebühren)
  • Betriebskosten im ersten Jahr (Miete, Personal, Marketing)
  • Liquiditätsreserve (mind. 6 Monate Personalkosten + 3 Monate Betriebskosten)

Abgezogen wird Ihr Eigenkapital. Die Differenz ist Ihr Fremdkapitalbedarf – den Sie bei Bank oder Investoren finanzieren müssen.

2. Wirtschaftlichkeitsplanung

Die Kernfrage lautet: Rechnet sich Ihr Geschäftsmodell?

  • Im Gründungsjahr rechnen Sie mit Anlaufverlusten: geringe Umsätze bei vollen Kosten.
  • Ab dem zweiten Jahr sollte sich das Bild drehen: Umsatz minus Fixkosten, variable Kosten und Honorarkosten ergibt im Idealfall einen Gewinn.

3. Hauptkostenarten

Zu den wichtigsten Kostenblöcken gehören:

  • Personalkosten (inkl. Lohnnebenkosten)
  • Miete/Pacht
  • Werbungskosten (Eröffnungswerbung, Anzeigen, Direktmarketing)
  • Sachkosten (Büro, Post, IT)
  • Rechts- und Beratungskosten
  • Versicherungen
  • Zinsen & Abschreibungen

Diese Posten geben Ihnen ein realistisches Bild, wie hoch Ihre laufende Belastung ist.

4. Gewinnplanung

Viele Gründer unterschätzen den privaten Finanzbedarf. Doch auch dieser muss erwirtschaftet werden:

  • Lebensunterhalt (Miete, Ernährung, Kleidung)
  • Krankenversicherung
  • Altersvorsorge
  • Kredittilgungen
  • Private Steuern

Ihr Gewinn muss also nicht nur die Geschäftskosten decken, sondern auch Ihr Privatleben sichern.

5. Liquiditätsplanung

Der Liquiditätsplan zeigt Ihnen, ob zu jedem Zeitpunkt genug Geld auf dem Konto ist, um Rechnungen und Gehälter zu bezahlen. Denn selbst wenn Sie Gewinne machen: Wenn das Geld erst Monate später eingeht, droht ein Engpass. Liquidität entscheidet über Überleben oder Insolvenz.

Typische Fehler in der Finanzplanung

  • Zu optimistische Umsätze: Rechnen Sie konservativ, planen Sie Reserven ein.
  • Private Kosten vergessen: Ihr Lebensunterhalt läuft parallel weiter.
  • Marketing zu knapp kalkuliert: Ohne Sichtbarkeit keine Kunden.
  • Liquidität unterschätzt: Gewinne nützen nichts, wenn das Geld nicht fließt.

Ihr Nutzen – Klarheit und Sicherheit

Mit einer sauberen Finanzplanung haben Sie nicht nur bessere Chancen auf Finanzierung, sondern auch selbst mehr Ruhe und Sicherheit. Sie wissen, wo Sie stehen, welche Stellschrauben Sie drehen müssen und wie Sie Ihr Vorhaben realistisch angehen können.

Möchten Sie wissen, ob Ihre Geschäftsidee auch finanziell trägt? Wir unterstützen Sie gerne dabei, Ihre Geschäftsidee auf ein solides Fundament zu stellen – verständlich, praxisnah und direkt umsetzbar.

Quellen

Für diesen Beitrag haben wir unter anderem hier recherchiert:

  • Eigene Unterlagen: Checklisten Finanzplanung (1 und 2), Hauptkostenarten, Gewinnplanung
  • Finanzchef24 – Gründerwissen Finanzplan: finanzchef24.de
  • KfW-Gründungsmonitor 2024 – Statistik zu Gründungserfolgen und -risiken
  • Statista – Unternehmensgründungen und Finanzierungsquellen in Deutschland
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