Business Feng Shui: Was davon heute noch für Unternehmer und Selbständige interessant ist

Vor vielen Jahren habe ich einen Kurs über Business Feng Shui besucht. Die umfangreichen Seminarunterlagen lagen seitdem im Schrank. Beim Aufräumen stellte sich für mich die Frage: Ist etwas davon heute noch relevant – nicht als esoterische Lehre, sondern ganz praktich für Unternehmer, Selbständige und das Business Coaching?

Die Antwort ist überraschend differenziert. Vieles in den damaligen Unterlagen würde ich heute nicht mehr übernehmen. Aussagen über kosmische Energie, geopathische Störfelder, Glückszahlen, günstige Himmelsrichtungen oder den Zusammenhang zwischen Feng Shui und bestimmten Krankheiten sind wissenschaftlich nicht belegt. Sie taugen für mich deshalb nicht als Grundlage einer Unternehmensberatung oder eines Coachings. Aber unter dieser historischen und teilweise spirituellen Erklärungsschicht liegt ein Gedanke, der heute aktueller ist denn je:

Die Umgebung, in der wir arbeiten, beeinflusst unser Verhalten, unsere Konzentration, unsere Kommunikation und unsere Entscheidungen.

Und genau an dieser Stelle wird Business Feng Shui plötzlich wieder interessant.

Feng Shui zwischen Tradition und Forschung

Feng Shui bedeutet wörtlich „Wind und Wasser“. Die Grundidee besteht darin, Menschen, Gebäude und Umgebung so miteinander in Beziehung zu setzen, dass möglichst günstige Bedingungen entstehen. In meinen damaligen Unterlagen wird dies als „harmonische Anordnung von Strukturen“ beschrieben.

Interessanterweise kommt selbst eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2023, die 36 empirische und quantitative Untersuchungen zu Feng Shui ausgewertet hat, zu einem differenzierten Ergebnis. Die Autoren bezeichnen Feng Shui weder als Wissenschaft noch schlicht als Aberglauben. Für bestimmte Umweltmerkmale – beispielsweise Belichtung, Luftbewegungen oder landschaftliche Gegebenheiten – fanden sich nachvollziehbare Zusammenhänge. Ob klassische Feng-Shui-Regeln jedoch unmittelbar auf Gesundheit, Erfolg oder menschliches Verhalten wirken, ist nicht geklärt.

Damit lässt sich vernünftig arbeiten: Man muss nicht an Qi glauben, um festzustellen, dass ein dunkler, lauter, heißer, unübersichtlicher oder ständig störender Arbeitsplatz keine besonders guten Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten schafft.

1. Aus „Qi-Fluss“ wird heute: Reibung vermeiden

Ein zentraler Gedanke zieht sich durch die alten Unterlagen: Wege sollen möglichst ungehindert sein. Eingänge, Möbel, Räume, Türen und Arbeitsbereiche sollen so angeordnet werden, dass Bewegung nicht unnötig blockiert wird. Die traditionelle Erklärung lautet: Das Qi soll fließen können. Für mich ist die modernere Übersetzung wesentlich interessanter:

Wo entsteht unnötige Reibung?

Das gilt zunächst ganz praktisch für Räume. Muss ich ständig um einen Tisch herumlaufen? Liegen Dinge dort, wo sie gebraucht werden? Muss ein Mitarbeiter für jeden Handgriff durch drei Räume? Ist der Besprechungsraum schnell erreichbar? Gibt es einen Ort für konzentriertes Arbeiten?

Aber dieselbe Frage kann man auf das gesamte Unternehmen übertragen. Wie viele Schritte braucht ein Kunde von der ersten Anfrage bis zum Auftrag? Wie aufwendig ist die Angebotserstellung? Wo werden Informationen doppelt erfasst? Welche Aufgaben werden immer wieder von Hand erledigt? Wie viele Klicks braucht ein Kunde auf der Website, bis er versteht, was das Unternehmen anbietet? Aus einem Feng-Shui-Prinzip wird damit eine sehr brauchbare unternehmerische Frage:

Was fließt in meinem Unternehmen gut – und wo stockt es?

2. Der Eingang ist mehr als eine Tür

In den Seminarunterlagen wird erstaunlich viel Aufmerksamkeit auf Eingänge verwendet. Türen sollen leicht auffindbar sein, Hindernisse sollen vermieden werden und der Besucher soll nicht unmittelbar gegen eine Barriere laufen. Für Geschäfte und Geschäftszentren gibt es zahlreiche Skizzen darüber, wie Menschen in ein Gebäude hineingeführt werden. Auch dafür braucht man keine energetische Erklärung.

Der Eingang ist der erste Kontaktpunkt zwischen Unternehmen und Kunde.

Bei einem Ladengeschäft ist das tatsächlich die Tür. Bei einem Dienstleister kann es die Website sein. Bei einem Handwerksbetrieb vielleicht die Google-Suche. Bei einem Berater möglicherweise ein LinkedIn-Beitrag, eine Empfehlung oder ein erstes Telefonat. Deshalb lohnt sich die Frage:

Wie fühlt sich der „Eingang“ in mein Unternehmen für einen Menschen an, der mich noch nicht kennt?

Findet er sofort Orientierung? Versteht er, was angeboten wird? Weiß er, was er als Nächstes tun soll? Oder sieht er zunächst zwanzig Möglichkeiten, fünf Menüpunkte, drei Telefonnummern und eine Unternehmensgeschichte seit 1987? Eine solche Betrachtung verbindet Raumgestaltung unmittelbar mit Kommunikation und Kundenführung.

3. Der Arbeitsplatz ist ein Arbeitsmittel

In den Unterlagen finden sich zahlreiche Skizzen zur Position von Schreibtischen. Manche davon beruhen auf klassischen Feng-Shui-Regeln. Interessant ist jedoch die dahinterliegende Frage: Welche Position gibt einem Menschen Überblick, Ruhe und Kontrolle über seinen Arbeitsplatz? Die moderne Forschung beschäftigt sich genau damit – allerdings mit anderen Begriffen.

Eine systematische Auswertung von 55 Studien zu Büroarbeitsplätzen aus dem Jahr 2023 nennt unter anderem Raumaufteilung, Möbel, Privatsphäre, Raumklima und den Bezug zur Natur als Faktoren, die mit Wohlbefinden, Zufriedenheit und Produktivität zusammenhängen.

Auch die Möglichkeit, die eigene Umgebung teilweise selbst beeinflussen zu können, spielt eine Rolle. Wer Beleuchtung, Temperatur, Sonnenschutz oder den Ort für bestimmte Tätigkeiten zumindest in einem gewissen Umfang selbst wählen kann, empfindet seine Arbeitsumgebung häufig positiver. Das führt zu einer einfachen Prüfung:

Setzen Sie sich einmal an Ihren eigenen Schreibtisch und betrachten Sie ihn nicht als Möbelstück, sondern als Produktionsmittel.

Kann ich dort konzentriert arbeiten? Was sehe ich ständig? Was höre ich? Wer läuft vorbei? Was unterbricht mich? Welche Dinge liegen herum, weil für sie kein klarer Platz existiert? Muss ich wichtige Unterlagen suchen? Ist der Bildschirm sinnvoll positioniert? Kann ich mich für eine Stunde zurückziehen, wenn ich eine schwierige Entscheidung treffen muss?

Gerade bei Selbständigen ist der Arbeitsplatz häufig historisch gewachsen. Er wurde eingerichtet, aber nie wirklich geplant.

4. Wo findet eigentlich Denken statt?

Die alten Business-Feng-Shui-Unterlagen beschäftigen sich auffallend intensiv mit dem Büro des Geschäftsführers oder Managers. Die traditionelle Begründung lautet, dass dieser an einem Platz mit besonders guter Energie sitzen sollte. Ich würde die Frage heute anders stellen:

Welche Arbeitsbedingungen hat der Mensch, der die wichtigsten Entscheidungen des Unternehmens treffen soll?

Das klingt banal. In kleinen Unternehmen ist die Realität aber häufig eine andere. Der Unternehmer sitzt mitten im Tagesgeschäft. Das Telefon klingelt. Mitarbeiter kommen herein. E-Mails erscheinen auf dem Bildschirm. Nebenbei werden Angebote geschrieben, Rechnungen geprüft und technische Probleme gelöst.

Der gleiche Mensch soll dann Entscheidungen über Positionierung, Investitionen, Mitarbeiter, Preise und die Zukunft des Unternehmens treffen. Eine meiner Lieblingsfragen dazu lautet inzwischen:

Wo findet bei Ihnen eigentlich Denken statt?

Nicht Telefonieren. Nicht E-Mail. Nicht Organisation. Nicht operative Arbeit. Denken. Wer Verantwortung trägt, braucht nicht unbedingt ein großes Chefzimmer. Aber er braucht Bedingungen, unter denen konzentriertes Nachdenken überhaupt möglich ist.

5. Besprechungsräume gestalten Kommunikation

Besonders interessant fand ich beim erneuten Durchsehen die zahlreichen Grundrisse für Besprechungs-, Konferenz- und Seminarräume. Die Unterlagen unterscheiden zwischen günstigen und ungünstigen Sitzordnungen und beschäftigen sich mit Blickkontakt, Bewegungsrichtungen und der Position des Vorsitzenden.

Auch dahinter steckt ein nach wie vor relevantes Thema. Räume erzeugen Rollen. Ein großer Schreibtisch mit einem Menschen dahinter und einem Besucher davor erzeugt eine andere Gesprächssituation als zwei Menschen an einem runden Tisch.

Eine lange Konferenztafel mit einem Geschäftsführer am Kopfende erzeugt eine andere Dynamik als eine offene Sitzordnung. Ein Seminarraum mit starren Tischreihen fördert anderes Verhalten als eine Anordnung, bei der sich Teilnehmer gegenseitig sehen können. Wer Gespräche führt, sollte deshalb nicht nur überlegen, was besprochen werden soll, sondern auch wo und wie.

Das ist besonders für Coaching, Mitarbeitergespräche, Strategiegespräche, Verkaufsgespräche und Workshops relevant.

6. Licht, Lärm und Raumklima sind keine Nebensache

Beim Thema Beleuchtung liegen die alten Feng-Shui-Unterlagen teilweise richtig und teilweise deutlich daneben. Blendendes Licht wird beispielsweise als ungünstig beschrieben. Gleichzeitig werden dafür Erklärungen über Mikrowellen und Qi gegeben, die ich heute nicht übernehmen würde.

Dass Licht eine erhebliche Rolle spielt, ist dagegen gut belegt.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weist darauf hin, dass schlechte Beleuchtung, Blendung und ungünstige Lichtverhältnisse zu visueller Ermüdung, psychischer Belastung, sinkender Leistungsfähigkeit und einem höheren Fehlerrisiko beitragen können. Tageslicht beeinflusst darüber hinaus biologische Rhythmen, Stimmung und Leistungsfähigkeit.

Ähnliches gilt für Lärm und Raumtemperatur. Eine aktuelle Literaturauswertung der BAuA kommt zu dem Ergebnis, dass bei den untersuchten Umgebungsfaktoren Lärm den stärksten Einfluss auf die wahrgenommene Behaglichkeit hatte, gefolgt von Temperatur und Beleuchtung.

Das ist für kleine Unternehmen interessant, weil sich manche Probleme mit erstaunlich einfachen Mitteln verbessern lassen:

  • Blendung am Bildschirm reduzieren
  • Arbeitsplätze sinnvoll zum Fenster ausrichten
  • akustisch störende Bereiche trennen
  • Telefonate nicht mitten im Konzentrationsbereich führen
  • Temperatur und Lüftung ernst nehmen
  • für konzentrierte Tätigkeiten ruhigere Zonen schaffen

Manchmal ist die sinnvollste Produktivitätsmaßnahme keine neue Software, sondern eine Tür, ein Akustikelement oder ein anderer Schreibtischplatz.

7. Pflanzen: gut für Menschen – aber keine Wunder-Luftfilter

Ein schönes Beispiel dafür, wie sich Erkenntnisse verändern können, sind Zimmerpflanzen. Die alten Unterlagen berufen sich auf Untersuchungen der NASA und führen verschiedene Pflanzen auf, die Schadstoffe wie Formaldehyd, Benzol oder Trichlorethylen aus der Luft entfernen sollen. Solche Laborversuche hat es tatsächlich gegeben.

Spätere Untersuchungen relativieren jedoch die praktische Bedeutung erheblich. Eine viel zitierte wissenschaftliche Auswertung zeigte, dass Topfpflanzen Schadstoffe in geschlossenen Versuchskammern durchaus aufnehmen können. Unter normalen Bedingungen in einem Gebäude ist die Wirkung jedoch so gering, dass eine sehr große Anzahl von Pflanzen notwendig wäre, um mit dem Effekt normaler Lüftung mitzuhalten. Das bedeutet nicht, dass Pflanzen im Büro sinnlos sind.

Im Gegenteil: Neuere Übersichtsarbeiten zu naturbezogener Gestaltung von Arbeitsplätzen finden Hinweise auf positive Wirkungen von Pflanzen, Tageslicht und Ausblicken ins Grüne auf Wohlbefinden, Erholung und teilweise auch kognitive Leistungen.

Die bessere Begründung für eine Pflanze auf dem Schreibtisch lautet deshalb nicht: „Sie entgiftet das Büro.“ Sondern schlicht: Menschen fühlen sich in einer angenehmen und naturnah gestalteten Umgebung häufig wohler.

8. Yin und Yang als unternehmerisches Denkmodell

Auch mit Yin und Yang kann ich als naturwissenschaftliche Erklärung wenig anfangen. Als Denkmodell enthält das Prinzip jedoch etwas Interessantes: Gegensätzliche Kräfte müssen nicht zwangsläufig miteinander konkurrieren. Oft braucht ein funktionierendes System beide.

Unternehmerische Beispiele gibt es genügend:

  • Stabilität und Veränderung
  • Routine und Kreativität
  • Analyse und Intuition
  • Konzentration und Kommunikation
  • Kundennähe und notwendige Abgrenzung
  • Leistung und Regeneration
  • Bewährtes und Neues
  • operative Arbeit und strategisches Denken

Viele Probleme entstehen nicht dadurch, dass eine Seite grundsätzlich falsch wäre. Sie entstehen durch ein dauerhaftes Übergewicht. Ein Unternehmer kann hervorragend im Tagesgeschäft sein und trotzdem die Zukunft seines Unternehmens aus den Augen verlieren. Ein Unternehmen kann ständig Neues entwickeln und gleichzeitig daran scheitern, funktionierende Abläufe zu etablieren. Die interessante Frage lautet deshalb:

Wo ist in meinem Unternehmen etwas aus dem Gleichgewicht geraten?

9. „Nicht hart arbeiten, sondern geschickt arbeiten“

Eine Formulierung aus den alten Seminarunterlagen ist mir besonders aufgefallen. Unter der Überschrift „Success Factors“ werden unter anderem Fachwissen, Ausbildung, Intuition und Rücksicht auf andere genannt. Der letzte Punkt lautet:

„Nicht hart arbeiten, sondern geschickt arbeiten!“

Das könnte auch aus einem modernen Unternehmer-Coaching stammen. Gerade Selbständige reagieren auf Überlastung häufig mit noch mehr Arbeit. Mehr Stunden. Mehr Tempo. Mehr Einsatz. Manchmal wäre die bessere Frage:

Warum muss diese Arbeit überhaupt immer wieder gemacht werden?

Kann ein Vorgang vereinfacht werden? Kann eine Vorlage entstehen? Kann etwas automatisiert werden? Kann eine Aufgabe entfallen? Ist die Zuständigkeit klar? Braucht es wirklich noch ein weiteres Werkzeug – oder zunächst einen vernünftigen Ablauf?

Geschickt arbeiten bedeutet nicht, weniger engagiert zu sein. Es bedeutet, das System zu verbessern, statt dauerhaft gegen seine Schwächen anzukämpfen.

10. Ein Unternehmen zeigt sich auch in seinen Räumen

Hier liegt für mich einer der spannendsten Anknüpfungspunkte für Business Coaching. Ein Arbeitsplatz ist nicht nur ein Arbeitsplatz. Er kann auch etwas über das Unternehmen erzählen.

Wenn überall ungeklärte Stapel liegen, kann das ein Hinweis auf fehlende Ablagestrukturen oder aufgeschobene Entscheidungen sein. Wenn jeder Mitarbeiter ständig unterbrochen wird, fehlt möglicherweise nicht Disziplin, sondern eine klare Arbeitsorganisation. Wenn Kunden einen Besprechungsraum betreten und zunächst zwischen Kartons und Technik Platz schaffen müssen, ist das auch Kommunikation. Natürlich darf man daraus keine psychologische Ferndiagnose machen. Ein chaotischer Schreibtisch beweist gar nichts. Aber er kann eine Frage auslösen.

Und gute Fragen sind im Coaching häufig wichtiger als schnelle Antworten.

11. Selbst beim Logo steckt ein brauchbarer Gedanke darin

Die letzten Seiten meiner alten Unterlagen beschäftigen sich sogar mit Firmenlogos und Warenzeichen. Einige dort genannte Regeln beruhen auf der klassischen Zuordnung von Formen, Farben und Elementen und sind aus heutiger Sicht kaum begründbar.

Andere Empfehlungen sind dagegen erstaunlich zeitlos. Ein Logo solle einfach, leicht erinnerbar und auffällig sein. Es solle zum Unternehmen passen und könne Tätigkeit, Produkt, Herkunft, Vision oder Zielgruppe aufgreifen. Damit sind wir nicht mehr weit entfernt von moderner Markenkommunikation. Auch hier steckt hinter der alten Lehre ein vernünftiges Prinzip:

Gestaltung sollte nicht beliebig sein. Sie sollte eine Funktion erfüllen.

Vom Feng Shui zum Business Coaching

Ich würde heute kein Unternehmen danach beraten, ob der Schreibtisch in einer aufgrund des Geburtsjahres berechneten Himmelsrichtung steht oder ob ein Aquarium an einer bestimmten Stelle Wohlstand anzieht. Was ich aus dem Business Feng Shui aber durchaus mitnehme, ist der Blick auf das Unternehmen als Gesamtsystem.

Menschen, Räume, Abläufe, Kommunikation und Arbeitsweise beeinflussen sich gegenseitig. Wer ein geschäftliches Problem lösen will, sollte deshalb nicht automatisch dort ansetzen, wo das Problem sichtbar wird. Schlechte Konzentration muss kein Zeitmanagementproblem sein. Vielleicht gibt es keinen ruhigen Arbeitsplatz.

Zu wenig Kundenanfragen müssen kein Werbeproblem sein. Vielleicht versteht ein Besucher der Website nicht, was angeboten wird. Überlastung muss kein persönliches Leistungsproblem sein. Vielleicht ist der Arbeitsprozess unnötig kompliziert.

Schwierige Mitarbeitergespräche müssen kein Kommunikationsproblem sein. Vielleicht fehlt es schon an Zeit, Ort und Struktur für ein vernünftiges Gespräch.

Genau darum geht es auch in meinem Business Coaching als IHK-zertifizierter Business Coach: Zusammenhänge sichtbar machen, Ursachen von Symptomen unterscheiden und daraus praktikable Veränderungen entwickeln. Nicht nach einem fertigen Rezept, sondern passend zum jeweiligen Unternehmen und zu den Menschen, die darin arbeiten.

Kleine Checkliste: Unterstützt Ihre Arbeitsumgebung Ihr Unternehmen?

Gehen Sie einmal durch Ihr Büro, Ihre Werkstatt, Praxis oder Ihr Unternehmen und beantworten Sie diese Fragen möglichst spontan:

  • Verstehe ich als Besucher sofort, wo ich hinmuss und worum es hier geht?
  • Unterstützen die wichtigsten Arbeitsplätze die Tätigkeiten, die dort ausgeführt werden?
  • Gibt es einen Ort, an dem konzentriertes Arbeiten ohne ständige Unterbrechungen möglich ist?
  • Gibt es einen geeigneten Ort für vertrauliche oder strategische Gespräche?
  • Sind Licht, Temperatur, Luft und Geräuschpegel angenehm?
  • Gibt es unnötige Laufwege, Suchwege oder organisatorische Umwege?
  • Stehen häufig benötigte Dinge dort, wo sie tatsächlich gebraucht werden?
  • Gibt es sichtbare Provisorien, die längst zum Dauerzustand geworden sind?
  • Passt die Gestaltung zu dem Bild, das Kunden vom Unternehmen haben sollen?
  • Wo entstehen regelmäßig Unterbrechungen oder Reibungsverluste?
  • Welche Arbeit wird immer wieder gemacht, obwohl sie sich vereinfachen ließe?
  • Wo und wann findet im Unternehmen konzentriertes Nachdenken über die Zukunft statt?

Vielleicht ist das die zeitgemäßeste Form von Business Feng Shui: nicht nach unsichtbaren Energien zu suchen, sondern sehr genau hinzusehen, welche Bedingungen wir für unsere tägliche Arbeit geschaffen haben.


Quellen und weiterführende Literatur

Jes T. Y. Lim: Business Feng Shui – bewährte Praktiken aus Asien für geschäftliche Harmonie und Wohlstand. Seminarunterlagen des Qi-Mag International Feng Shui Institute. Grundlage für die in diesem Beitrag beschriebenen historischen Feng-Shui-Prinzipien.

Han, K.-T. u. a. (2023): Empirical and quantitative studies of Feng Shui: A systematic review. Heliyon, Vol. 9, Issue 9, e19532. DOI: 10.1016/j.heliyon.2023.e19532.

Zhang, X.; Du, J.; Chow, D. (2023): Association between perceived indoor environmental characteristics and occupants' mental well-being, cognitive performance, productivity, satisfaction in workplaces: A systematic review. Building and Environment, Vol. 246, 110985. DOI: 10.1016/j.buildenv.2023.110985.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Beleuchtung von Arbeitsstätten. Informationen zu Tageslicht, Blendung, Sehkomfort und nichtvisuellen Lichtwirkungen.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), 2024: Wechselwirkungen von Raumklima, Lärm und Beleuchtung in Arbeitsstätten. Scoping Review, Forschungsbericht F 2475. DOI: 10.21934/baua:bericht20240418.

Al Horr, Y. u. a. / aktuelle Forschung zum naturbezogenen Arbeitsplatzdesign: Systematische Übersichtsarbeiten zu Pflanzen, Tageslicht, Naturbezug, Wohlbefinden und Regeneration am Arbeitsplatz zeigen besonders für Grün, Ausblicke in die Natur sowie Tageslicht und visuellen Komfort positive Zusammenhänge.

Cummings, B. E.; Waring, M. S. (2020): Potted plants do not improve indoor air quality: a review and analysis of reported VOC removal efficiencies. Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology, 30, 253–261. DOI: 10.1038/s41370-019-0175-9.

Building and Environment (2025): Promoting the health of workers through office layout: A scoping literature review. Vol. 272, 112645. Überblick über 54 Studien und 33 Merkmale der Arbeitsplatz- und Bürogestaltung.

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