Recruitingvideo

Zeigen Sie die Arbeit, nicht nur gute Laune


Ein Recruitingvideo sollte deshalb nicht möglichst viele Menschen ansprechen. Es sollte den passenden Menschen eine ehrliche Entscheidung ermöglichen.

Beginnen Sie mit den Fragen der Bewerber

Je nach Stelle unterscheiden sich die Fragen. Häufig geht es um:

  • Was mache ich an einem normalen Arbeitstag?
  • Mit wem arbeite ich zusammen?
  • Wie werde ich eingearbeitet?
  • Welche Verantwortung und welchen Spielraum habe ich?
  • Wie führt das Unternehmen?
  • Welche Belastungen oder Besonderheiten gehören ehrlich zur Stelle?
  • Was wird von mir erwartet?

Wer nur Vorteile zeigt und jede schwierige Seite ausblendet, erhöht vielleicht die Zahl der Bewerbungen – aber nicht zwingend deren Qualität. Ehrlichkeit kann ungeeignete Bewerbungen verhindern. Das ist kein Verlust, sondern spart beiden Seiten Zeit.

Das Arbeitgeberprofil muss vor dem Dreh klar sein

„Familiär“, „wertschätzend“ und „zukunftssicher“ steht in zahllosen Stellenanzeigen. Solche Begriffe werden erst durch konkrete Beobachtungen glaubwürdig. Wie zeigt sich Wertschätzung bei Schichtplanung, Fehlern oder Weiterbildung? Was bedeutet familiär, wenn es Konflikte gibt? Welche Entscheidung darf ein Mitarbeiter selbst treffen?

Sammeln Sie Belege. Ein verbindlicher Einarbeitungsplan, moderne Arbeitsmittel, feste Ansprechpartner oder transparente Dienstpläne sagen mehr als ein Stapel Arbeitgeberadjektive.

Echte Mitarbeiter statt Werbetexte

Mitarbeiterstatements wirken, wenn die Beteiligten in eigenen Worten sprechen dürfen. Gute Fragen zielen auf Erlebnisse:

  • Was hat Sie in den ersten Wochen überrascht?
  • Woran merken Sie, dass hier Zusammenarbeit funktioniert?
  • Was ist an Ihrer Aufgabe anspruchsvoll?
  • Welche Person würde sich hier wohlfühlen – und welche eher nicht?

Die letzte Frage ist besonders wertvoll. Ein glaubwürdiger Arbeitgeber muss nicht zu jedem passen.

Eine Stelle, ein Film?

Ein allgemeiner Arbeitgeberfilm kann Haltung und Umfeld zeigen. Für schwer zu besetzende Berufe sind ergänzende kurze Stellenfilme oft wirksamer. Ein Industriemechaniker, eine Pflegekraft und ein Vertriebsmitarbeiter interessieren sich für unterschiedliche Abläufe. Mit einem gut geplanten Drehtag lassen sich ein Hauptfilm und mehrere berufsspezifische Clips erstellen.

Der Film braucht einen funktionierenden Bewerbungsweg

Ein gutes Video endet wirkungslos, wenn anschließend ein achtseitiges Formular wartet. Der nächste Schritt sollte zum Medium und zur Zielgruppe passen: kurzer Kontakt, Rückrufwunsch, Messenger-Anfrage oder schlanke Bewerbung. Pflichtangaben gehören auf das notwendige Maß begrenzt.

Rechte und Freiwilligkeit

Mitarbeiter stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis. Eine Einwilligung muss deshalb tatsächlich freiwillig sein. Verwendungszweck, Kanäle, Laufzeit und Widerrufsmöglichkeiten sollten transparent geregelt werden. Planen Sie außerdem, was mit dem Material geschieht, wenn jemand das Unternehmen verlässt. Eine individuelle rechtliche Prüfung kann sinnvoll sein.

Verbreitung: Nicht nur auf der Karriereseite

Der Film sollte dort auftauchen, wo potenzielle Bewerber tatsächlich suchen oder angesprochen werden: Stellenanzeige, Karriereseite, soziale Netzwerke, Ausbildungsportale, regionale Kampagnen, Veranstaltungen und persönliche Ansprache. Kurze Ausschnitte führen zum ausführlicheren Inhalt. Untertitel sind wichtig, weil viele Clips zunächst ohne Ton gesehen werden.

Woran Sie den Erfolg messen

Neben Abrufen zählen vor allem qualifizierte Bewerbungen, abgeschlossene Bewerbungen, Rückfragen, Einstellungsquote und langfristig die Passung neuer Mitarbeiter. Ein Recruitingfilm ist kein Selbstzweck und auch kein Schönheitswettbewerb.

Checkliste vor dem Dreh

  • Zielberuf und Region sind klar.
  • Die wichtigsten Bewerberfragen wurden recherchiert.
  • Arbeitgeberversprechen sind durch Beispiele belegbar.
  • Mitarbeiter nehmen freiwillig teil und kennen die Verwendung.
  • Arbeitsplätze und echte Tätigkeiten werden sichtbar.
  • Der Bewerbungsweg ist einfach und mobil nutzbar.
  • Mehrere kurze Fassungen sind eingeplant.

Der beste Recruitingfilm behauptet nicht, dass Ihr Unternehmen großartig ist. Er zeigt so konkret, wie dort gearbeitet wird, dass geeignete Menschen selbst zu diesem Schluss kommen können.

Wenn Sie prüfen möchten, welche Einblicke und Aussagen für Ihre offenen Stellen wirklich relevant sind, finden Sie im Bereich Media weitere Informationen und die Möglichkeit zu einem unverbindlichen Erstgespräch.

Zeigen, was Bewerber wirklich wissen möchten

Sie möchten eine bestimmte Stelle oder Ihren Betrieb als Arbeitgeber vorstellen? Wir besprechen zunächst unverbindlich, welche Tätigkeiten, Menschen und Aussagen Bewerbern einen ehrlichen Einblick geben können.

Ob Arbeitgeberporträt, kurzer Stellenfilm oder Mitarbeiterinterview: Gemeinsam klären wir die passende Form und den nötigen Aufwand – einschließlich Vorbereitung und Abstimmung mit den Beteiligten.


Quellen und weiterführende Informationen

KOFA: Eigene Videos erstellen
Hinweise zu Mitarbeiterstatements, Interviews und Einblicken in den Arbeitsalltag. Mit Vorbereitungsschritten und einer Storyboard-Vorlage, um Motive und Aussagen vor dem Dreh zu ordnen.

Dr. Datenschutz: Veröffentlichung von Mitarbeiterfotos
Erläutert freiwillige Einwilligungen sowie Fragen zu Widerruf und Ausscheiden aus dem Unternehmen. Der Beitrag behandelt Fotos; die konkrete Verwendung von Mitarbeiteraufnahmen im Recruitingfilm sollte gesondert geprüft werden.

Bundesfachstelle Barrierefreiheit: Untertitel bei Videos
Zeigt, wie Untertitel erstellt und eingebunden werden. Nützlich für Stellen- und Mitarbeiterclips, die Bewerber auch ohne Ton verstehen sollen.






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