Welches Problem könnte ich für wen lösen?
Die meisten Suchen nach einer Geschäftsidee beginnen an der falschen Stelle. Sie beginnen bei einem selbst: Was könnte ich anbieten? Was liegt mir? Wofür habe ich eine Idee? Das fühlt sich produktiv an und führt zuverlässig zu einer Liste von Angeboten, die niemand bestellt hat.
Die bessere Frage dreht die Richtung um: Wo gibt es ein ausreichend wichtiges, häufiges oder teures Problem, für dessen Lösung Menschen bereits Aufwand oder Geld einsetzen?
Der Unterschied ist nicht rhetorisch. Die erste Frage lässt sich am Schreibtisch beantworten, die zweite nicht. Sie zwingt dazu, nach draußen zu schauen – auf das, was Menschen und Unternehmen tatsächlich tun, nicht auf das, was sie sagen oder was man sich vorstellt.
Ein Problem allein ist noch kein Markt
Probleme gibt es im Überfluss. Jeder Unternehmer kann in zehn Minuten zwanzig Dinge aufzählen, die ihn stören. Nur ein kleiner Teil davon ist ein Markt. Ein Problem wird erst dann zu einem Markt, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:
- Es tritt häufig genug auf, um mehr als einen Einzelfall zu bilden.
- Es hat spürbare Folgen – wirtschaftlich, zeitlich oder persönlich.
- Es wird bereits bearbeitet. Jemand steckt heute schon Zeit, Geld oder Personal hinein.
- Die bisherigen Lösungen befriedigen nicht.
- Und: Es passt zu dem, was Sie tatsächlich können.
Fällt eine dieser Bedingungen weg, bleibt eine interessante Beobachtung übrig – aber kein Geschäft. Besonders die dritte Bedingung wird gern übersprungen, weil sie unbequem ist. Sie ist die einzige, die sich nicht wegdiskutieren lässt.
Das Suchschema
Statt nach Ideen zu suchen, folgen Sie einer Kette. Jede Stufe muss halten, sonst bricht die nächste weg:
- Menschengruppe – Wer genau? Nicht „KMU“, sondern eine Gruppe, die Sie benennen und erreichen können.
- Aufgabe – Was muss diese Gruppe regelmäßig erledigen?
- Problem – Woran scheitert oder stockt diese Aufgabe?
- Bisherige Lösung – Wie behilft man sich heute? Auch „gar nicht“ und „mit Excel“ sind Antworten.
- Kosten des Problems – Was kostet es, wenn alles so bleibt? In Stunden, Euro, verlorenen Aufträgen, Personalabgängen.
- Zahlungsbereitschaft – Welche beobachtbare Handlung zeigt, dass dafür Geld fließt? Eine Stellenanzeige, eine Ausschreibung, ein Softwareabo, ein Agenturhonorar.
- Eigene Lösungsmöglichkeit – Erst hier kommen Sie ins Spiel. Vorher nicht.
Die Reihenfolge ist der eigentliche Trick. Wer bei Stufe sieben beginnt, biegt sich die Stufen eins bis sechs so zurecht, dass sie zur Lösung passen. Das merkt man erst, wenn das Angebot steht und keiner kauft.
Warum der Prompt so gebaut ist
Zum Download finden Sie einen Prompt, der diese Suche mit einer KI durchführt. Er ist länger als üblich, und das hat Gründe. Vier Konstruktionsentscheidungen stecken darin:
1. Belege statt Plausibilität
Sprachmodelle sind gut darin, überzeugend klingende Probleme zu erfinden. Der Prompt trennt deshalb strikt zwischen belegter Beobachtung, plausibler Schlussfolgerung und ungeprüfter Hypothese – und verbietet, eine Hypothese als Marktbeleg auszugeben. Was Sie am Ende lesen, ist damit nachprüfbar oder ausdrücklich als unsicher markiert.
2. Verhalten schlägt Meinung
Umfragen zeigen, was Menschen sagen. Stellenanzeigen, Ausschreibungen und Softwarekäufe zeigen, was sie tun. Der Prompt gewichtet diese Verhaltensbelege bewusst höher: Wer eine Stelle ausschreibt, hat sich entschieden, ein Problem dauerhaft mit einem Gehalt zu bezahlen. Das ist das ehrlichste Signal, das ein Markt aussendet.
3. Der Gegenbeweis ist Pflicht
Eine eigene Recherche-Runde versucht ausdrücklich zu zeigen, dass die gefundenen Chancen keine sind: kostenlose Alternativen, fallende Preise, überfüllter Wettbewerb, unerreichbare Entscheider. Was diesen Durchgang übersteht, ist mehr wert als drei Chancen, die nur bestätigt wurden. Diese Runde ist der Teil, den man beim Selberdenken am liebsten auslässt.
4. Eine Eingabe, keine Formularschlacht
Sie beschreiben sich in drei Sätzen – oder fügen einen Link zu Ihrer Website ein. Alles Weitere leitet die KI ab und legt diese Annahmen offen, bevor sie loslegt. Sie korrigieren nur, was sichtbar falsch ist. Das kostet eine Zeile statt acht Formularfelder, und Sie sehen schwarz auf weiß, mit welchem Bild von Ihnen gearbeitet wird.
Was Sie davon haben
Das Ergebnis ist kein Ideenkatalog, sondern eine kurze Liste geprüfter Problemfelder – mit Quellen, mit Gegenargumenten, mit einer ehrlichen Einschätzung der Beleglage. Dazu bekommen Sie Gesprächspartner und Fragen für die Validierung. Denn auch die beste Recherche ersetzt nicht das Gespräch mit fünf Menschen aus der Zielgruppe. Sie sorgt nur dafür, dass Sie mit den richtigen fünf sprechen.
Rechnen Sie mit zwei bis drei tragfähigen Chancen, nicht mit zwanzig. Das ist kein Mangel des Prompts, sondern sein Zweck.
So nutzen Sie ihn
- Kopieren Sie den Prompt vollständig in ein KI-System mit Internetzugriff (Allrounder-Chat Swissmademarketing, Claude, ChatGPT, Gemini oder vergleichbar).
- Hängen Sie unten Ihre Selbstbeschreibung an – drei Sätze oder ein Link genügen.
- Prüfen Sie zuerst den Annahmenblock. Stimmt er nicht, korrigieren Sie ihn in einem Satz und lassen Sie weiterarbeiten.
- Klicken Sie stichprobenartig die genannten Quellen an. Jede Quelle ohne funktionierenden Link behandeln Sie als nicht vorhanden.